Draußen in der Heide. Wo Wolle anfängt.

blühende heidepflanze, sonnig

Noch einmal ohne Jacke raus, solange die Sonne da ist. Durch die Heide laufen, stehen bleiben, schauen. Ein Nachmittag mit den Kindern, ohne viel Programm.

Zwischen Heidekraut und offenen Wegen begegnet uns ein Material, mit dem wir uns bei GRWN. gerade intensiv beschäftigen: Wolle. Hier trägt sie noch das Schaf. Das klingt selbstverständlich. Beim fertigen Pullover oder einer Mütze gerät dieser Anfang allerdings leicht aus dem Blick.


Heidschnucken und ihre Bedeutung für die Heide

Die Heidschnucken gehören zur Heide. Und sie helfen, diese Landschaft zu erhalten. Mit ihrer Beweidung übernehmen sie einen Teil der Landschaftspflege – eine Arbeit, auf die etwa der Verein Naturschutzpark mit seinen Herden angewiesen ist. Die Tiere prägen also mehr als das Bild, das wir von der Heide mit nach Hause nehmen.

https://www.verein-naturschutzpark.de/den-heidschnucken-geht-es-an-den-kragen/

Ihre Wolle ist lang und vergleichsweise grob. Sie eignet sich beispielsweise für Teppiche. Für eine weiche Mütze direkt auf der Haut braucht es andere Eigenschaften. Genau hier wird deutlich, wie unterschiedlich ein Material sein kann, das auf dem Etikett zunächst einfach „Wolle“ heißt.

https://www.lueneburger-heide.de/natur/tiere/8824/heidschnucken-unsere-tierischen-landschaftspfleger.html


Was unterscheidet Merinowolle von anderer Wolle?

Für unsere Beanies verwenden wir Merinowolle. Sie stammt vom Merinoschaf, einer weiteren Schafrasse neben der Heidschnucke. Feine Merinofasern lassen sich leichter biegen als gröbere Wollfasern. Dadurch fühlen sie sich auf der Haut weicher an. Gerade bei einer Mütze, die an Stirn und Ohren anliegt, ist uns dieses Gefühl wichtig. Kinder sollen sie gerne tragen.

https://www.woolmark.com/gb/fibre/soft-merino-wool/


Merinowolle, Tierwohl und Verantwortung

Mit der Entscheidung für ein Material beginnen aber auch die Fragen dahinter. Wo leben die Schafe? Wie werden sie gehalten und geschoren? Wo wird ihre Wolle gewaschen, versponnen und gefärbt? Welche Wege legt sie zurück, bevor daraus eine Mütze wird?

„Natürlich“ allein beantwortet diese Fragen noch nicht. Wolle wächst nach, doch sie stammt von Tieren, für deren Wohlergehen Menschen verantwortlich sind. Textile Exchange benennt bei der Wollproduktion unter anderem Risiken durch Verletzungen beim Scheren und durch Mulesing, einen Eingriff, bei dem Haut am Hinterteil des Schafes entfernt wird. Solche Themen gehören für uns zu einer ehrlichen Auseinandersetzung mit Wolle dazu.

https://textileexchange.org/wool/

Unsere Beanies bei GRWN. werden bei Astrifa in Bayern gestrickt und von Hand fertiggestellt. Damit können wir einen konkreten Ort der Herstellung benennen. Die Herkunft der Faser ist eine weitere Frage. „In Bayern gestrickt“ beschreibt einen wichtigen Arbeitsschritt, aber noch nicht den gesamten Weg vom Schaf bis zur fertigen Mütze.

Wir möchten diese einzelnen Schritte verstehen und nachvollziehbar erklären können. Dazu gehört, genau hinzuschauen, nachzufragen und nur das zu versprechen, was wir auch belegen können.

Und auch nach der Herstellung verdient das Material Aufmerksamkeit. In einer Mütze stecken Wolle, Verarbeitung und die Arbeit vieler Menschen. Unser Wunsch ist, dass sie lange getragen, gepflegt und irgendwann weitergegeben wird.

Ein Nachmittag in der Heide muss kein Ausflug mit Lernziel sein. Manchmal reicht es, draußen unterwegs zu sein und genau hinzusehen. Auf die Landschaft. Auf die Tiere. Und vielleicht später auch auf das Etikett in der eigenen Mütze.


GRWN. 
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